So sieht eine gute Abiturvorbereitung aus
„Auch Pausen und frische Luft helfen gegen Prüfungsstress“ - Interview mit dem Lehrer Dr. Georg Mondwurf
14.01.10
Mannheim / Berlin / Marbach am Neckar - Das Lernen zu lernen ist wichtig, um gut fürs Abitur aufgestellt zu sein. Wie Schüler das Lernen organisieren können und was sie bei der Prüfungsvorbereitung bedenken sollten, verrät Dr. Georg Mondwurf (einen kurzen Lebenslauf zu ihm gab es gestern hier) im Interview mit Familienklick.de. Das ist Teil einer vierteiligen Familienklick.de-Serie, die wir gestern begonnen haben. Klickbare Links finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Familienklick.de: Wie sieht die generelle Strategie für eine gute Prüfungsvorbereitung aus?
Dr. Georg Mondwurf: Mir persönlich erscheint ein gutes Zeitmanagement essenziell, um den Prüfungsstress so gering wie möglich zu halten. Das bedeutet, zu wissen, wie Lernstoff organisiert werden muss. Ich empfehle, einen langfristigen Arbeitsplan aufzustellen, der –
wenn er diszipliniert befolgt wird – auch kurz vor der Prüfung noch ausreichend Zeit bietet, um mal eine Pause einzulegen.
Familienklick.de: Aber sind es nicht gerade diese Pausen, in denen ängstliche Gedanken an die Prüfung in den Kopf schleichen?
Dr. Georg Mondwurf: Es kommt auf die Art der Pausen an. Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten sind ideal, um überschüssiges Adrenalin abzubauen. Und die meisten Geistesblitze stellen sich nicht am Schreibtisch, sondern eher auf dem Fahrrad oder beim Jogging ein. Frische Luft kann Lernblockaden brechen. Bitte auch ans regelmäßige Lüften des Arbeitszimmers denken!
Familienklick.de: „Wie bewältige ich den ganzen Lernstoff?“, ist die häufigste Schülerfrage in Internetforen. Lässt sich die allgemein beantworten?
Dr. Georg Mondwurf: Ja! Für sehr wichtig halte ich, dass der Prüfling über ein Instrumentarium geeigneter Lernmethoden und Lernstrategien verfügt und nicht anfängt, diese erst auf den letzten Drücker auszuprobieren. Viele Kompetenzen – etwa das Anfertigen einer Mindmap – muss man langfristig trainieren. Wenn man in eine mündliche Prüfung muss, sollte man den Lehrer nicht drei Jahre lang im Unterricht angeschwiegen haben.
Familienklick.de: Welchen Sinn macht es, sich bei vergangenen Abiturprüfungen und exemplarischen Prüfungsfragen wie in der Dudenreihe „100 Prüfungsfragen Abitur“ zu bedienen? Ist dies wirklich eine gute Lernmethode?
Dr. Georg Mondwurf: Ich halte das für eine sinnvolle Methode. Allerdings sollten die Aufgaben der Klausuren der Oberstufe bereits konsequent auf den Aufgabentypus der Abiturprüfung vorbereiten. Die Aufgaben sollten möglichst eine thematische Einheit bilden, so wie in der Dudenreihe. Kleinschrittige Aufgaben mit vielen inhaltlich unverbundenen Aufgabenteilen entsprechen nicht dem Sinn der Abiturprüfung und sollten daher auch in den vorbereitenden Klausuren vermieden werden. Die Prüflinge müssen rechtzeitig die Gelegenheit zu eigenständigen Beiträgen sowie zu Selbstständigkeit in der Strukturierung haben, dann klappt es auch mit der Abiturprüfung.
Mehr Informationen unter
schuelerlexikon.de und
gestern, auch zu Dr. Mondwurf sowie
morgen und
übermorgen hier auf Familienklick.de.