Gegen Angst vorm Abitur

Mit Lernstrategien zum Erfolg beim Abitur!

13.01.10

Mannheim / Berlin / Marbach am Neckar - Eigentlich wissen die meisten Oberstufenschüler genug, um die 2010 anstehenden Abiturprüfungen meistern zu können. Doch was wäre eine Prüfung ohne Lampenfieber? „Keine Angst vor Prüfungsstress“, macht der Oberstudienrat Dr. Georg Mondwurf Schülern Mut: „Die regelmäßige und aktive Teilnahme am Unterricht, also die Vorbereitung sowie die konstruktive Mitarbeit und Nachbereitung sind definitiv die besten Garantien für ein erfolgreiches Abitur.“ Und dafür gibt es viele gute Lernstrategien. Familienklick.de zeigt Ihnen heute und in den nächsten drei Tagen einige davon!

Da das Abitur eine einmalige Prüfungssituation ist, fragen sich viele Schüler: Was kommt da auf mich zu? In den Internetforen, in denen Schüler Schüler treffen, häufen sich daher Jahr für Jahr die Fragen nach Ratschlägen. Typisch der Eintrag von einem Andreas im Portal „Wer weiß was“: „Ich wollte mal fragen, ob vielleicht wer Tipps und Tricks wüsste, um so gut wie möglich lernen zu können?“ Es folgen viele Seiten mit ganz verschiedenen Lösungsansätzen.

Viele davon lassen sich in einer Empfehlung von Mondwurf, der im Land Bremen für die Abiturprüfungsfragen im Fach Geschichte zuständig ist, zusammenfassen: „Ein gutes Zeitmanagement ist essenziell, um den Prüfungsstress so gering wie möglich zu halten. Ich empfehle dazu, einen langfristigen Arbeitsplan aufzustellen.“ Die neue Dudenreihe „100 Prüfungsfragen Abitur“ stellt diesen Ratschlag auch an die erste Stelle.

Es ist nicht der einzige Tipp des Verlags, auch nicht das einzige Werk zum Thema Prüfungsvorbereitung und Abitur. „Abiwissen“ heißt eine weitere Reihe von Duden, die Schüler mit Wissen und Lernstoff versorgt. Mit dem „Prüfungstraining“ setzt Duden neben Abiturthemen bereits in der Schlussphase der Sekundarstufe I an und vermittelt dabei auch gezielt Lernstrategien. Das ist sinnvoll, wie Mondwurf sagt: „Verantwortungsbewusste Lehrkräfte werden Schüler beraten und geeignete Literatur neben den Schulbüchern aufzeigen.“ Bei der Wahl der Mittel kommt es eben auch auf den individuellen Typ des Lerners an.

Auffallend bei Schülerfragen in Foren ist, dass viele vor allem nach Lernstrategien suchen, mit denen sie die enorme Stofffülle in den Griff bekommen wollen. Das ganze Fachwissen in einer Prüfung, so vermuten viele, sei die größte Hürde. Doch Mondwurf macht auch hier Schülern Mut: „Allein das reine Faktenwissen ist längst kein Garant für eine gute Abiturprüfung. In der Regel wird der Lehrer dem Kandidaten sogar Hinweise geben, wie der reine Lernstoff sinnvoll eingegrenzt werden kann, da es eben nicht darum geht, ein enzyklopädisches Wissen abzufragen.“

Sehr viel sinnvoller sei es laut Mondwurf zum Beispiel, die so genannten Operatoren (siehe Infos unten) zu trainieren, die auf die drei Anforderungsbereiche der Abiturprüfung hinweisen: die Wiedergabe und das Beurteilen von Sachverhalten und das selbstständige Arbeiten. Dies sei besonders in den sprachlichen und gesellschaftspolitischen Fächern wichtig.

Und wenn es doch zum berühmt-berüchtigten „Blackout“ in der Prüfung kommen sollte, gibt es für Mondwurf auch eine Lösung: „Ruhe bewahren und versuchen, einen für sich schlüssigen Lösungsansatz zu finden. Diesem wird – auch wenn er vom Erwartungshorizont abweichen sollte – in der Bewertung zumeist positiv Rechnung getragen.“

Zur Person:
Dr. Georg Mondwurf

Dr. phil. Georg Mondwurf ist Oberstudienrat, Jahrgang 1963 und seit 1994 Lehrer in Bremerhaven. Nach seiner Promotion im Mai 2001 war er von 2002 bis 2009 Lehrbeauftragter der Universität Oldenburg und ist seit 2007 Abteilungsleiter an einem Schulzentrum in Bremerhaven. Seit 2009 ist Mondwurf Fachberater im Referat 21 (Geschichte) der Senatorin für Bildung und Wissenschaft (SfBW) in Bremen und dort für die Abiturprüfungsfragen zuständig.

Abiturcodes knacken:
Was sind Operatoren und Anforderungsbereiche?

In den Abiturprüfungsfächern werden Aufgaben bearbeitet, die das Können in drei verschiedenen Anforderungsbereichen (AFB) abfordern:
AFB1: Reproduktion von gelerntem Wissen
AFB2: Verarbeiten von fachspezifischen Inhalten und Transfer
AFB3: Reflexion und Problemlösung
Jede Aufgabe signalisiert dem Schüler durch einen entsprechenden „Operator“, welche Art Leistung von ihm erwartet wird. Das ist wie ein Code, den der Schüler ganz leicht knacken kann.
Eine typische Frage für AFB1 beginnt zum Beispiel mit „Nennen Sie ...“ oder „Zählen Sie auf ...“. AFB2-Aufgaben beginnen zum Beispiel mit „Arbeiten Sie ... heraus“ oder „Erläutern Sie ...“ Wird der Schüler nach einer Bewertung oder Beurteilung gefragt, ist dies typisch für AFB3. In den Abihelfern des Dudenverlags werden alle Operatoren sehr detailliert beschrieben.
Und sie kommen alle an die Reihe – Dr. Georg Mondwurf: „In einer guten Abiturarbeit erhält der Kandidat stets die Möglichkeit, sich in allen Anforderungsbereichen zu entfalten.“

Mehr Informationen im Internet unter http://schuelerlexikon.de. Und hier geht es zu den drei folgenden Beiträgen Lehrerinterview - 2. Teil, Buchreihen für sinnvolle Vorbereitungen - 3. Teil und Tipps für Lernstrategien im 4. Teil dieser Serie hier auf Familienklck.de.








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