Kinderwagen getestet von der Stiftung Warentest

10 von 14 „mangelhaft“ – keiner frei von Schadstoffen

27.08.09

Berlin / Marbach am Neckar - Im neuen Test-Heft der Stiftung Warentest sind unter anderem 14 aktuelle Kinderwagen-Modelle getestet worden und keiner hat das Testurteil "gut" erhalten. Wegen Schadstofbelastungen wurden vile deutlich abgewertet. Bei zehn Modellen kamen die Berliner Tester sogar zum Ergebnis "mangelhaft".

Kein einziger von den 14 getesteten Kinderwagen ist „gut“, zehn schneiden sogar „mangelhaft“ ab. Keiner ist frei von Schadstoffen und auch die kindgerechte Gestaltung – also z.B. die Sitz- und Liegeeigenschaften – ist bei keinem Kinderwagen „gut“. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der September-Ausgabe von test, für die sie 14 Kinderwagen für den Transport vom Säugling bis zum Kleinkind zu Preisen von rund 250 bis über 900 Euro getestet hat.

Gleich in zehn Kinderwagen stecken so viele Schadstoffe, dass sie insgesamt „mangelhaft“ abschneiden. Aber auch die vier anderen sind belastet. Die Tester fanden in den Griffen, Gurten, Bezügen und Regenhauben unter anderem kritische Phthalat-Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese können vom Körper aufgenommen werden und wirken teilweise krebserregend und fortpflanzungsgefährdend.

Außerdem wurden die Tester bei der Suche nach weiteren Giften wie z. B. problematischen Flammschutzmitteln oder Chlorparaffinen fündig. Keiner dieser Schadstoffe scheint aus technischer Sicht erforderlich. Dafür spricht, dass keiner in allen Kinderwagen gleichermaßen gefunden wurde. Die Stiftung Warentest kritisiert, dass einige der Stoffe bei Spielzeug, nicht aber bei Kinderwagen verboten sind. Bereits vor drei Jahren hatte die Stiftung bei einem Test von 15 Buggys und Kinderwagen in zwei Drittel der Wagen gefährliche Schadstoffe gefunden. Reagiert hat die Branche darauf offensichtlich nicht.

Schadstoffe sind aber nicht der einzige Kritikpunkt: Viele Hersteller schaffen es nicht, Kinderwagen kindgerecht zu gestalten. Die Tester fanden u. a. zu kurze und zu schmale Tragetaschen für Säuglinge, zu kurze Rückenlehnen und zu lange Fußstützen sowie schmale Sitze und zu große Sitztiefen für Kleinkinder. Mit „befriedigend“ noch relativ am besten haben die Modelle Bugaboo Cameleon (910 Euro), Teutonia Mistral S (550 Euro) sowie Zekiwa Alu-Cross (299 Euro) abgeschnitten.

Der ausführliche Test findet sich in der September-Ausgabe der Zeitschrift test und im Internet unter www.test.de/kinderwagen.
NACHTRAG
Ende September hat Brio auf diesen Test bereits reagiert und die Produktion der schadstoffhaltigen Gurte umgestellt. Besitzer des Brio Go können beim Fachhändler ihre aktuellen Gurte gegen die neuen unbelasteten austauschen. Den Beitrag finden Sie hier auf www.familienklick.de.








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