Jugend forscht Sieger 2009 stehen fest

Arbeiten mit Nattern und Nanopartikeln - Bundesbildungsministerin Schavan ehrt beste Nachwuchswissenschaftler in Osnabrück

24.05.09

Osnabrück / Hamburg / Marbach am Neckar - Die Sieger des 44. Bundeswettbewerbs von Jugend forscht stehen fest. Bundesbildungsministerin Annette Schavan zeichnete heute Deutschlands beste Jungforscherinnen und -forscher in Osnabrück aus. „Jugend forscht führt die nächste Generation an Naturwissenschaften und Technik heran. Hier wird Zukunft gemacht“, sagte Schavan, die die Spitzenleistungen der Finalisten würdigte. Der Bundeswettbewerb 2009 wurde gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Originellste Arbeit als Blick in die Blutbahn
Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, gratulierte dem Bundessieger Steffen Strobel (20) aus Seeshaupt in Bayern, der mit dem Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit ausgezeichnet wurde. Sein "Blick in die Blutbahn - Entwicklung eines CCD-Nah-Infrarot-Systems zur Aufnahme subkutaner Venen" Das kann höchst unangenehm sein: Der Arzt will eine Spritze geben, findet jedoch die Vene nicht und muss die Nadel deshalb mehr als einmal ansetzen. Das System von Steffen Strobel könnte Abhilfe schaffen: Eine Infrarotkamera, angeschlossen an einen PC, wird an den Arm gehalten. Sie ist in der Lage, unter die Haut zu blicken und die Venen sichtbar zu machen.
Doch damit dies wirklich funktioniert, musste der Nachwuchswissenschaftler eine ausgefeilte Software schreiben. Erst sie macht es möglich, die Venen in Echtzeit auf dem Rechnerbildschirm zu beobachten.

Raphael Errani aus Niedersachsen zum zweitenmal Bundessieger
Bereits zum zweiten Mal wurde Raphael Errani aus Niedersachsen Bundessieger. Der 19-Jährige präsentierte eine überzeugende Theorie für die Entstehung eines Rings aus Dunkler Materie in unserer Galaxie. Dafür erhielt er den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit. Steffen Strobel (20) aus Bayern gewann den Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit. Er entwickelte ein neuartiges Infrarotsystem, mit dem sich unter der Haut liegende Venen am Computerbildschirm sichtbar machen lassen. Ärzte können so gezielter Spritzen setzen.

Härten von Stahl optimiert
Zur Erhöhung ihrer Widerstandsfähigkeit werden Werkzeuge aus Stahl nach starkem Erhitzen von Hand in einem Ölbad geschwenkt. Den Arbeitsablauf dieses sogenannten Härtens optimierten Jonas Barnickel und Markus Görgen aus dem Saarland. Die 19-jährigen Auszubildenden wurden mit dem Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung für die beste interdisziplinäre Arbeit ausgezeichnet.

Großwalzen von Papiermaschinen umweltschonend säubern
Im Fachgebiet Arbeitswelt siegten Sarah Hinz (22), Andreas Hampe (21) und Stefanie Detges (20) aus Nordrhein-Westfalen. Die Auszubildenden konstruierten eine automatische Reinigungsanlage, mit der sich die Innenflächen der Großwalzen von Papiermaschinen umweltschonend und kostengünstiger säubern lassen. Felix Baier (21) aus Bayern erforschte die hochentwickelte Verhaltensanpassung der Zypriotischen Wassernatter an ihren niederschlagsarmen Lebensraum. In seinem Projekt machte der Biologie-Sieger Vorschläge für einen wirkungsvollen Artenschutz.

Position von Asteroiden im Weltall genauer bestimmen
Durch eigene Berechnungen gelang es Peter Pinski (19) aus Rheinland-Pfalz, herkömmliche Simulationsverfahren so zu verändern, dass sie Eigenschaften und Verhalten von Molekülen weitaus besser darstellen. Er war im Fachgebiet Chemie erfolgreich. Den 1. Preis im Fach Geo- und Raumwissenschaften erhielten Julian Petrasch (17) und Lennart Schlieder (16) aus Berlin. Sie präsentierten eine innovative Software, mit der sich die Position von Asteroiden im Weltall genauer bestimmen lässt als mit den gängigen Methoden. Friedrich Martin Schneider (19) aus Brandenburg konnte sich über den Sieg in Mathematik/Informatik freuen. Dem Nachwuchswissenschaftler gelang es, neuartige strukturerhaltende Abbildungen zwischen mathematischen Gebilden zu entwickeln.

Rückwärtsfahren mit einem Anhänger erleichtern
Mit selbst hergestellten Nano-Goldpartikeln befassten sich Karen Wintersperger (19) und Lucas Rott (18) aus Hessen. Durch die Analyse der Form dieser winzigen Teilchen und eine Modellrechnung vermochten die Physik-Sieger allgemeine Aussagen über deren optische Eigenschaften zu formulieren. Die Auszubildenden Timo Joos (18), Nadine Müller (18) und Lucas Wildermuth (19) aus Baden-Württemberg überzeugten in Technik mit ihrer computerbasierten Steuerung für das Rückwärtsfahren mit einem Anhänger. Dabei ermöglichen ein Sensor für den Lenkeinschlag, eine intelligente Kamera und ein Drehzahlmesser das problemlose Rangieren. Der Preis der Kultusministerkonferenz der Länder „Jugend forscht Schule 2009“ ging an das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erfurt.

Mehr Informationen unter www.jugend-forscht.de und www.dbu.de





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