Kinderschutz im Bündnis mit den Eltern sichern
Caritas sieht geplante Änderungen des SGB VIII skeptisch
11.06.08
Berlin - Mit Skepsis sieht der Deutsche Caritasverband (DCV) die geplanten gesetzlichen Änderungen, die Jugendämter dazu verpflichten sollen, bereits bei geringen Anlässen Hausbesuche bei Familien durchzuführen.
Dies sieht ein Änderungsvorschlag zum SGB VIII vor, der beim morgigen Kinderschutzgipfel der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder diskutiert werden soll. "Wir begrüßen alle Bemühungen, die dem Schutz von Kindern dienen", betont Peter Neher, Präsident des DCV. Hierbei seien auch verpflichtende Hausbesuche der Jugendämter, die schon jetzt geleistet werden, sinnvoll.
"Was wir jedoch in erster Linie brauchen, sind niedrigschwellige Angebote, die sehr früh in Kontakt mit den Familien kommen, die in ihrem Alltag mit einem Kind überfordert sind" fordert Neher. Die Praxis zeige, dass eine gelingende Vernetzung von Schwangerschafts-beratungsstellen, Kinderärzten, Geburtskliniken, Hebammen und Jugendämtern nachhaltiger zum Wohle der Kinder beitrage. So sei beispielsweise der Einsatz von Familienhebammen und Familienpflegerinnen sehr gut geeignet, um von Anfang an Gefährdungspotentiale zu minimieren und Alltagsprobleme zu meistern. "Um das Wohl und den Schutz von Kindern dauerhaft zu sichern, brauchen wir eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern", betont Neher.
Die Caritas engagiert sich seit Herbst 2007 mit einem eigenen Projekt im Rahmen der Befähigungsinitiative an der Weiterentwicklung früher Hilfen und der besseren Kooperation aller in diesem Feld handelnden Akteure.
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